Hornby Dublo 1945 – 65

Die Geschichte von

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wird ca. 1947 wieder mit der Produktion von Modelleisenbahnen begonnen. Auch bei Meccano wird zuerst das Vorkriegsmaterial weiter produziert und ist hauptsächlich für den Export bestimmt. Bei Hornby Dublo allerdings gibt es unmittelbar nach dem Krieg schon einige Änderungen, so werden z.B. die Uhrwerksversionen der Hornby Dublo Lokomotiven nicht mehr angeboten.

Außerdem sind auch schon Änderungen die beim großen Vorbild stattgefunden haben nachvollzogen bei der A4-Pacific „Sir Nigel Gresley“, zum Beispiel sind beim Original die seitlichen Triebwerksverkleidungen der Lokomotive entfernt worden und die Lok hat die neue Betriebsnummer „7“ erhalten. Folglich besitzt auch die Nachkriegsversion dieses Modells keine seitliche Triebwerksverkleidung mehr aber die neue Betriebsnummer „7“.

Die Doppeleinheit der entsprechenden LNER Personenwagen wird getrennt und jeder der beiden Wagen ist nun als 4-achsiger Personenwagen einzeln erhältlich.

Wichtigste Neuerung ist aber sicherlich die Einführung der neuen Peco-Kupplung (eine Klauenkupplung) die die Vorkriegshakenkupplung ablöst.

Ab 1948 gibt es dann endlich die „Duchess of Atholl“ mit den passenden Personenwagen der LMS (mit durchbrochenen Fenstern) zu kaufen.

1950 werden die alten Gebäude aus Holz durch neue modernere aus Aluminium ersetzt.

Der Zusammenschluss der Bahngesellschaften zu British Railways 1953 wird natürlich auch bei Hornby Dublo sofort nachvollzogen. Alle Modelle gibt es von nun an nur noch in der Ausführung und in den Farben der British Railways.

1953 werden auch die ersten vollständig aus Druckguss hergestellten Güterwagenmodelle ins Programm aufgenommen (z.B. Mineral Wagon o. Bogie Bolster).

Der Detailierungsgrad dieser Modelle ist aber bei weitem nicht so hoch wie bei vergleichbaren Märklin oder Trix-Modellen dieser Zeit. Sie wirken deshalb auch neben den fein lithografierten Tin-plate Modellen von Hornby Dublo eher plump.

Erst 1954 kommt die erste wirkliche Nachkriegsneuheit bei den Lokomotiven. Eine schwere Tenderlokomotive der Standard 4MT-Class der BR mit der Achsfolge 2-6-4.

Dieses Modell besitzt eine technische Besonderheit, man kann durch eine Schraube an der Rückseite des Kohlenbunkers die Stärke des Magnetfelds des Permanentmagneten beeinflussen. Wird durch drehen der Schraube das Magnetfeld abgeschwächt so fährt die Lokomotive mit langsamerer Geschwindigkeit. Eine interessante Sache für eine Güterzug- und Rangierlokomotive zu einer Zeit wo man noch lange nicht über die heutigen Möglichkeiten zur digitalen Geschwindigkeitsregelung, verfügte.

Bei den Güterwagen kommt ein interessanter Plattformwagen heraus, der im Laufe seiner Produktionszeit unbeladen, mit einem Container (fish o. furniture), mit einer Kabeltrommel oder mit einem Traktor beladen angeboten wurde.

Auch bei den Personenwagen gibt es nach den Beschriftungsvarianten des letzten Jahres eine echte Neuheit: Zwei Varianten (1st/3rd und Brake/3rd) eines Vorortpersonenwagens der BR (mit lithographierten Fenstern!) kommen als neue Modelle in den Handel. Ab 1956 haben dann aber auch diese Wagen durchbrochene und mit Cellonscheiben hinterlegte Fenster.

In den nächsten Jahren wird dann das Programm hauptsächlich um einige Güterwagen – wie z.B.: ein langer gedeckter Güterwagen – und einige Farbvarianten der bekannten Personenwagen, sowie einen beweglichen Wasserkran und einen Bahnübergang erweitert.

Ab 1957 kommt das Modell einer Schleptenderlokomotive der Castle-Klasse (ex GWR 4-6-0), und ausserdem wieder ein Modell mit aussergewöhnlich hohem Spielwert:Ab 1957 kommt das Modell einer Schlepptenderlokomotive der Castle-Klasse (ex GWR 4-6-0), und wieder ein Modell mit außergewöhnlich hohem Spielwert.

Ein Postwagen-Set mit Zubehör wird angeboten. Kommt der Zug an der Poststation vorbei werden über eine elektromagnetisch betätigte Schaltung 2 Klappen am Wagen geöffnet. Die erste entlädt die geladenen Postsäcke, während über die zweite die an einem Haken an der Poststation aufgehängten neuen Postsäcke aufgenommen werden.

Nur 1957 und 1958 werden 2 der heute wohl seltensten Hornby Dublo Artikel produziert, die hauptsächlich für den Export nach Kanada bestimmt sind. Es handelt sich hierbei um eine Variante der bekannten LMS-Pacific. Neben der anderen Farbgebung und Beschriftung (1215, Canadian Pacific) unterscheidet sich diese Lokomotive hauptsächlich durch eine geänderte Frontpartie, die nun über eine zusätzliche Lampe und einen Kuhfänger verfügt. Außerdem wird auf der Basis des ehemaligen LMS Bremswagens ein Caboose der Canadian Pacific angeboten.

Beim Zubehör kommen 1957 eine Drehscheibe und eine Bogenbrücke hinzu.

1958 beginnt dann auch bei Hornby-Dublo das Kunststoffzeitalter die erste von Hornby Dublo produzierte Diesellok eine English Electric Type1 (spätere Class 20) mit der Achsfolge Bo-Bo besitzt ein Kunststoffgehäuse. Die gleichzeitig neu ins Programm gekommene Schlepptenderlok der 8F-Klasse (ex LMS 2-8-0) ist noch „traditionell“ aus Druckguß gefertigt.

Es heißt, das große Ereignisse ihre Schatten voraus werfen. Das auch dieses Sprichwort hier zutrifft belegen die Güter- und Personenwagen, sie werden ab 1958 mit Kunststoffradsätze ausgerüstet. Eigentlich nichts besonderes, wenn man aber bedenkt, daß Kunststoffradsätze sowohl für 3-Leiter als auch für 2-Leiter Systeme verwendet werden können ?!

Als Antwort auf die immer größer werdende Konkurrenz durch Firmen wie Tri-ang und Graham Farrish, die bei ihrer Modelleisenbahn auf 2-Leiter Gleichstrom setzten, wird 1959 auch bei Hornby Dublo ein 2-Leiter-System eingeführt.

Beide Produktprogramme sind nahezu identisch. Zur besseren Unterscheidung wird das 2-Leiter-Programm aber in roten Schachteln angeboten, während das 3-Leiter-Programm wird weiter, wie bisher, in dunkelblauen Schachteln verkauft.

Zur Einführung des neuen Systems kommt eine 0-6-0 Tenderlokomotive mit Kunststoffgehäuse neu ins Programm, die es aber nur als 2-Leiter Modell gibt.

Der Kunststoff als neuer Werkstoff setzt sich immer weiter durch, auch das Zubehör wird ab 1959 aus Kunststoff gefertigt. Einzige Ausnahme ist 1959 das „Breakdown Crane“ Kranwagen Set bestehend aus 4 Gußwagen.

In den folgenden Jahren bis 1963 kommen noch Diesellokomotiven (Deltic, Diesel Shunter, Co-Bo) ein Triebwagen und eine Dampflokomotive (West Country Pacific) sowie neuen Güterwagen und Personenwagen ( Super Detailed Models) hinzu.

Im Jahre 1964 beginnt sich dann das Ende von Hornby Dublo bereits abzuzeichnen. Der ehemalige Erzrivale Tri-ang übernimmt die Firma Meccano. Das 3-Leiter System wird eingestellt. Als letzte Lokomotivenneuheit wird noch die E3001, eine E-Lok, für das 2-Leiter-Programm produziert.

Mit dem Zusammenschluss von Hornby Dublo und Tri-ang Railways zu Tri-ang-Hornby 1965 kommt dann das endgültige Aus fuer Hornby Dublo. Außer einigem Zubehör und der E3001 wird von Tri-ang-Hornby keiner der Hornby Dublo Artikel übernommen. Somit endet die Geschichte der Hornby Dublo Eisenbahnen.

Nun ja fast zumindest die meisten der Modelle bilden später die Basis für den Modelleisenbahnhersteller Wrenn, aber das ist eine andere Geschichte.

Literaturverzeichnis:

© Mai 99 Rainer Haug